Narrenzunft Schneidstuhlreiter

e.V. Killer

Bereits in den zahlreichen Kindermärchen wird der immerwährende Kampf des Guten gegen das Böse be- schrieben und die erzieherischen Absichten ob mancher Grausamkeit durchaus als legitim zu bezeichnet. Auch die historischen Fasnetfiguren Killers manifestieren diese beiden Pole, die zur Menschheitsgeschichte gehören und uns auch heute tagtäglich begegnen. So wirkte in Killer um 1330 ein Pfarrer Namens Konrad Schuler, genannt Esel. Den Beinamen Esel erhielt Konrad nicht etwa ob seiner Einfältigkeit sondern ob  seiner Schläue und Geduld. Ihm zur Seite hat der Autor der Geschichte die „Gschnauser" gestellt, die ausgerüstet mit dem damals obligatorischen Schnauz- bart und der legendären Peitsche den braven Killermer Bürger darstellen. Des weiteren führen die „Gschnauser" eine Killermer Kuh mit, die als Hornträger in der Fasnetmythologie die ständige Wiedergeburt symbolisiert. Der Killermer Kurat, Konrad der Esel, kämpft gemeinsam mit seinen Gehilfen, den „Gschnausern" gegen das Böse. Dieses wird manifestiert durch „ Vogt's Hans", einem Sohn des damaligen Killermer Vogtes Hospach, der um 1520 in Killer lebte und wirkte. Für damalige Zeiten musste „Vogt's Hans" eine ganz ordentliche Bildung genossen haben, schrieb er doch das Buch mit dem Titel „Ein neues Luginsland", das als  Zauber- und Prophetenbuch bezeichnet wurde. In diesem Buch wird beschrieben, dass die Welt 1650 untergehen würde. Des weiteren sympathisierte er mit den Protestanten, was in der katholischen hohenzollerischen Grafschaft nicht gerade mit Wohlwollen betrachtet wurde. Schließlich warf man ihm vor, bei Gorheim eine Nonne ver- führt zu haben. Wobei die Geschichte nicht eindeutig Aufschluss darüber gibt, ob es sich um eine tatsäch- liche „Verführung" handelte, oder eben um eine Umkehr vom katholischen zum protestantischen Glauben. Wegen zahlreicher okkulter Umtriebe wurde „Vogt's Hans" schließlich vor Gericht gestellt und in Hechingen eingesperrt. Einflussreiche Freunde verhalfen ihm zur vorzeitigen Entlassung und er wanderte aus nach Veringenstadt, wo er seinen Lebensabend verbrachte. Ihm zur Seite stehen die „Hakenmänner" die als historische Figur in ganz Hohenzollern bekannt waren. Ursprünglich kommt der Name von dem Mann, der im Haagmann der „Hakenmann" als Kinderschreck in Abort- und Wassergruben lebt, und ungezogene Gören mit seinem Haken zu sich hinunterzieht. Diese schillernden Fasnetfiguren erwachen am Abend vor dem Auseligen Dauschtig zum Leben und „Vogts Hans", auch Hansjörg genannt, zaubert gemeinsam mit seinen wilden Gesellen, den ,,Hackenmännern" manch Unheil über Killers Fluren. Konrad der Esel versucht mit seinen Helfern, den braven „Gschnausern" das treiben des Bösen zu verhindern und schlägt schließlich vor „Vogt's Hans" dingfest zu machen. Schließlich findet am Fasnetdienstag die Gerichtsverhandlung statt, bei der „Vogt's Hans" ob seiner Schandtaten verurteilt und der gerechten Strafe zugeführt wird.